Tipps für schöne Urlaubsfotos in Goslar

Zehn Minuten Stadtbummel in Goslar genügen, um zu sehen: Motive bieten fast alle Altstadtgassen zur Genüge! Sofern das Wetter mitspielt, dürfte es keine großen fotografischen Probleme geben. An einem sonnigen Tag – er sei jedem Gast von Herzen gewünscht – gilt es, den Sonnenstand und den Charakter des Lichtes zu beachten. Das Licht der tiefstehenden Morgen- und Abendsonne sorgt für besonders „satte“, kräftige Farben und auch für ausgeprägte Schatten und somit gegebenenfalls für eine hohe Plastizität der aufgenommenen Objekte. Zur Zeit der hochstehenden Mittagssonne trifft man besonders an sehr warmen Tagen auf leicht diesige Verhältnisse mit etwas diffusem Licht. Dann sollte möglichst ein Skylight-Filter eingesetzt werden.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Einige der bekanntesten Fassaden lassen sich am besten morgens fotografieren. Später am Tag liegen sie nicht mehr im Schein der Sonne, und schließlich stellen sich sogar Gegenlichtprobleme ein. Das gilt zum Beispiel für die Kaiserpfalz oder für das Rathaus, deren Vorderfronten annähernd gen Osten schauen. Goslars schönste Fassade, die der Kaiserworth am Markt, blickt sogar fast nach Norden. Dem ambitionierten Fotoamateur kann in diesem Fall gleichsam als Ersatz für das bis gegen Abend fehlende „Rückenlicht“ eine Nachtaufnahme der angestrahlten Hotelfront empfohlen werden. Ähnliche Sorgen bereiten beispielsweise auch das Brusttuch oder die Klapperhagenmühle, während etwa der romantische Schuhhof zu jeder Tageszeit eine Sonnenseite präsentiert. Wer sich von vornherein für ein bestimmtes Motiv interessiert, sollte sich folglich mit dem Stadtplan wappnen und entsprechend der Lage des Objektes die rechte Tageszeit aussuchen.

Ein Weitwinkel hilft in engen Gassen
Architekturfotos von einzelnen Gebäuden können allerdings auch durch die engen, mittelalterlichen Altstadtstraßen erschwert werden. Man sollte also besser ein starkes Weitwinkelobjektiv bereithalten, um beispielsweise die Stadtkirchen, viele der erhaltenen Kemenaten (mittelalterliche, steinerne „Wohntürme“ von Bürgerhäusern) oder das Siemenshaus möglichst vollständig ins Bild zu setzen.

Es geht auch ohne Farbe
Für alle kamerabesitzenden Goslarbesucher gilt der grundlegende Hinweis: Bummeln Sie durch die Altstadt mit ihren 1800 Fachwerkhäusern, Plätzen und Gassen; eine Straßenseite wird – sofern die Sonne scheint – so gut wie immer im Licht sein; und wenn das einzelne Gebäude zu nah vor dem Objektiv liegt, dann fangen Sie die schönen Straßenfluchten ein. An grauen Herbst- und Wintertagen kann man auch den Schwarz-Weiß-Modus wählen; die Goslarer Schieferdächer und viele Häuser mit hellen Gefachen und dunkel gestrichenen Balken kommen Graustufenaufnahmen als kontrastreiche Motive sehr entgegen.

Der Blick fürs Detail
Als eigentlicher Goslar-Fototipp sei jedoch Folgendes gesagt: Haben Sie Mut zum Ausschnitt und zur ungewöhnlichen Perspektive! Sind als Beweis für den Goslaraufenthalt die Pfalz, das Rathaus und die Kaiserworth erst einmal abgelichtet, dann suchen Sie nach Details und Schmuck im Fachwerk, nach Skulpturen, Figuren und Ladenschildern oder Auslegern, nach fotogenen Türen und Fenstern, nach altem Straßenpflaster, dem Moos auf mittelalterlichem Mauerwerk oder pittoresken „Dachlandschaften“, wie sie zum Beispiel vom Nonnenweg an der Frankenberger Kirche aus bei den Häusern der Straße Am Beek auszumachen sind. Nichts gibt einem Diavortrag oder einer Power-Point-Präsentation übrigens mehr Schwung als eine Großaufnahme vom Dukatenmännchen an der Kaiserworth oder von der Butterhanne (schwierig zu fotografieren, da weit oben am Gebäude und im Halbdunkel) am Brusttuch.

Die Stadt von oben
Zu guter Letzt lohnt sich stets auch der Blick „von oben“. Besonders bekannt sind die Aussichten auf die Dächer der alten Stadt vom Turm der Marktkirche, vom Bismarckdenkmal am Georgenberg, vom Petersberg oder vom Kaiserhaus beziehungsweise dem dahinterliegenden Pfalzgarten aus. Wer höher hinaus will, kann vom Maltermeisterturm (mit dem Auto zu erreichen) oder gar vom Rammelsberg ganz Goslar auf einem Bild vereinigen.
Besonders empfohlen sei eine kleine Wanderung an einem sonnigen Spätnachmittag auf jenem Weg, der etwa auf halber Höhe um den Steinberg im Westen der Stadt herumführt. Der Blick von dort ist einmalig – man ist hoch genug, um alles zu überschauen, aber noch nicht so hoch und nicht so weit entfernt, dass sich Goslar nur als ein Haufen bunter Punkte darstellt.

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