Interview: Kartoguide Harz – Alle Karten in einer App

Wir schlagen die Brücke zwischen Print und digital: Alle unsere Wanderkarten sind nun auch in einer App für Smartphones erhältlich. Erfahren Sie mehr über die Entstehung der App im Interview mit Marion, Thorsten und Max. Die App ist erhältlich im Google PlayStore und Apple AppStore. Weitere Infos finden Sie unter kartoguide.de.

Warum eine eigene Karten-App?

Thorsten: Seit über 25 Jahren zeichnen und gestalten wir leidenschaftlich Karten. Diese auf dem Smartphone mitzunehmen, ist schon lange ein großer Wunsch von mir. So kann man mithilfe unserer gedruckten Karten dank der Übersichtlichkeit sowie Detailfülle einfach und intuitiv eigene Touren planen und muss sich im Gelände auf dem Smartphone nicht mehr an ein anderes Kartenbild gewöhnen.

Max: Von unseren Kunden wurden wir immer wieder nach digitalen Fassungen unserer Karten gefragt. Das war zum Beispiel nach der Veröffentlichung unserer MTB-Karten so und auch, als wir die Stempel-Touren-Karte zur Harzer Wandernadel auf den Markt brachten. Für uns war das natürlich eine große Motivation, so viel Kraft und Zeit in das Projekt App zu stecken.

Marion: Die Kunden unserer Printkarten schätzen besonders die Fülle der Wander-, Fahrrad- und MTB-Informationen. Das reicht von Wander-Symbolen und Nummern über diverse Grafikstile für Harzklubhaupt- und rundwege, weitere Wanderwege, beschilderte Radwege sowie Rad- und MTB-Empfehlungen bis hin zu Steigungspfeilen, MTB-Trails unterscheidbar nach Schwierigkeitsgrad, für Radfahrer gesperrte Wege und vielem mehr.
All das bietet in gleicher Optik nun auch unsere App!

Im Gespräch erzählen Marion, Thorsten und Max von der Entstehung ihrer neuen App KartoGuide Harz.

Welche Themen waren Euch bei der Konzeption besonders wichtig?

Max: Am Anfang wollten wir ganz viel. Von Track-Aufzeichnung über Tour-Book-Export bis hin zu Navigation. Aber wir haben auch schnell gemerkt, dass wir das eigene Besondere fokussieren müssen. Das haben wir getan und uns ganz darauf konzentriert, unsere Karten mit all ihren Inhalten bestmöglich auf die Smartphones zu bekommen.

Thorsten: Das heißt, die App-Karten sehen aus wie unsere gedruckten Karten. Gleichzeitig nutzen wir die Vorteile des Digitalen: Je nach Maßstab oder Zoom-Stufe werden unterschiedliche Elemente eingeblendet. Auch kann man selbst festlegen, welches Kartenbild und welche Tour man sehen möchte. All das macht die Karte sehr übersichtlich und ist im starren Printmedium eben nicht möglich.

Marion: Datenschutz war mir sehr wichtig. Ich teile meine Daten nur sehr ungern mit Fremden. Unsere App sammelt keine Daten über die Nutzer. Wo ich bin, wo ich hinwandere, wie oft oder wie sportlich – all diese Informationen bleiben bei mir.

Thorsten: Deshalb kostet die App auch Geld. Wir decken mit den Abopreisen die laufenden Kosten für Entwicklung und Recherche. Das ist uns wichtig. Übrigens genau wie bei unseren Printkarten. Unsere Karten haben einen Preis und im Gegenzug dafür gibt es nur Karte und keine fremde Anzeigen-Werbung.

Welche Herausforderungen musstet Ihr meistern?

Thorsten: Die Entwicklung der App bedeutete für uns, gleich mehrere große Schritte in der Digitalisierung zu gehen – und zwar in beinahe allen Bereichen der Verlagsarbeit. So kamen die meisten unserer Arbeitsschritte in der Kartografie auf den Prüfstand und wurden optimiert, um langfristig unsere Daten zentral pflegen und crossmedial sowohl für Printkarten als auch für die App effektiv nutzen zu können. Im Prinzip haben wir unseren gesamten Datenbestand umgekrempelt.

Max: Das waren zwei extrem abwechslungsreiche und intensive Jahre, in denen wir viel gelernt und vertieft haben: von der Datenbank-Entwicklung über Automatisierung durch Programmierung bis hin zu App-Design und Prototyping.

Marion: Spannend für mich war es, zu sehen, wieviel wir bei der Entwicklung selbst realisieren konnten. Das ist natürlich ein großer Vorteil für die Zukunft und zeigt sich in der App vor allem an individuellen Lösungen für Detail-Fragen. Zum Beispiel, welche Berge und Orte sind in welcher Zoom-Stufe zu sehen oder dass die Namen der Täler sich auch durch das Tal schlängeln – wie in unseren gedruckten Karten.

Alle Kartografie-Prozesse kamen auf den Prüfstand – viele wurden automatisiert.
Die App wurde im Verlag entwickelt und gestaltet – intensive Diskussionen inklusive.

Für wen ist die App gedacht?

Thorsten: Die App richtet sich an alle, Einheimische wie Touristen gleichermaßen, die individuell den Harz erkunden wollen und sich dabei auf kuratierte, vor Ort geprüfte Inhalte verlassen möchten. Dazu gehören Stempelsammler, die mit den 111 Touren aus unserer offiziellen Stempel-Touren-Karte gleich ohne große Umschweife loslaufen können, ebenso wie Radfahrer, die im Voraus schon sehen wollen, auf welchen Wegen man am besten fahren kann, wo es straßenbegleitende Radwege gibt oder wo man auf der Straße fahren muss.

Max: Als passionierter Mountainbiker schaue ich natürlich nach den Trails in der MTB-Karte! Die detaillierte Karte mit den vielen Informationen, wie Trail-Level, Fahrtrichtungsempfehlung und Beschreibungen macht immer wieder Lust auf neue Touren – selbst dann, wenn man die Wege schon kennt.

Marion: Gerade wenn man allein unterwegs ist im Wald, geben verlässliche Infos Sicherheit. Wie Thorsten eben schon sagte. Nichts ist schlimmer als auf einem Rückeweg in einer Sackgasse zu landen. Das sollte einem nicht passieren, wenn man sich zum Beispiel auf den rot gestrichelten Harzklub-Wegen hält. Das gleiche gilt für Touren. In unserer App gibt es nur von uns geprüfte und als „gut“ befundene Touren.

Wie kann ich mich auf meine Tour vorbereiten?

Thorsten: Wenn man sich bei uns im Harz noch nicht auskennt oder mal schnell ohne große Vorbereitung aufbrechen möchte, sucht man sich einfach eine Tour aus unseren über 250 Vorschlägen aus. Darunter finden sich auch beschilderte Routen wie der Harzer Hexen-Stieg für Wanderer oder der brandneue Devils Trail für Mountainbiker.

Max: Wobei man hier nicht so strikt nach Aktivität trennen muss. Das ist das Tolle! Wer den Devils Trail lieber wandern möchte, lädt den Routenverlauf einfach in die Wanderkarte.

Marion: Denn das ist auch sehr praktisch: Es gibt (wie bei unseren Printkarten) unterschiedliche Kartenbilder zum Wandern, Mountainbiken und Radfahren oder Gravel-Biken. Mit der App hat man praktisch immer alle Karten unseres Programms dabei, kann sich unterwegs ungeplant auch immer etwas anderes überlegen. Egal ob Wandern oder Radfahren.

Max: … oder sogar Bikepacking! Die Routen, die wir in der Vergangenheit gefahren sind und in unseren Erlebnisberichten auf unserer Webseite (www.schmidt-buch-verlag.de) beschreiben, hält die App auch alle bereit. Außerdem noch eine neue: In sechs Tagen mit dem MTB durch den Harz. Eine fantastische Runde!

Wie kann ich mich vor Ort orientieren?

Thorsten: Die App zeigt meinen Standort an. Man kann auch die Karte in die Bewegungsrichtung drehen lassen. An einer Kreuzung findet man so ganz leicht den richtigen Weg.

Marion: Die alphanumerische Wegbeschriftung auf den Harzklub-Schildern und die Wandersymbole wie „grünes Dreieck“ oder „roter Punkt“ sind sowohl im Gelände als auch in der App zu sehen. Das gibt bei der Orientierung zusätzliche Sicherheit.

Max: Und wenn ich den großen Überblick haben möchte, dann zücke ich meine Printkarte. Das Zusammenspiel von Druckbogen und App funktioniert so einfach, da die Karten fast gleich aussehen. Da macht das Draußen-Sein in der abwechslungsreichen Natur gleich noch mehr Spaß!

App Icon der Karten-App KartoGuide Harz aus dem Schmidt-Buch-Verlag

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