Ausstellung hebräischer Handschriften im Obergeschoss der Alten Synagoge. © stadtverwaltung erfurt/norman hera

Erfurt ist jetzt UNESCO-Welterbe-Stadt!

Alte Synagoge, Mikwe und Steinernes Haus haben die Unesco-Jury überzeugt: Auf ihrer Tagung in Riad (Saudi-Arabien) Ende September 2023 nahm sie die historischen Sehenswürdigkeiten in die Welterbe-Liste auf!
Über die Alte Synagoge in der Waagestraße 8, das dort beheimatete Museum und den „Erfurter Schatz“ berichtet Autor Wolfgang Knape auf den Seiten 56 und 57 unseres Stadtführers Erfurt ausführlich.

Ein langer Weg zum Titel

Bereits im Jahr 2008 entschied der Erfurter Stadtrat, sich um den Welterbe-Titel zu bewerben. Damit begann ein Prozedere, das 15 Jahre dauern sollte.
Im ersten Schritt musste die Bewerbung für die Vorschlagsliste, die sogenannte Tentativliste, ausgearbeitet werden. Im Jahr 2012 wurde ein entsprechender Antrag in der Kultusministerkonferenz eingebracht.
Zwei Jahre später kam Erfurt dann auf die Tentativliste. Damals rechnete man sich auf Grund der Reihenfolge der damaligen Anträge eine Einreichung für 2021 in Paris aus.
Zwischenzeitlich reifte der Gedanke, mit den Städten Mainz, Speyer und Worms gemeinschaftlich als Welterbe anerkannt zu werden. Dies fand jedoch keine Unterstützung bei den anderen Antragstellern, die sich als SchUM-Stätten bewarben und als solche seit 2021 den Welterbe-Titel tragen.
So bewarb sich Erfurt dann doch separat.
Eine Kommission aus Denkmalpflegern prüfte den Antrag und gab schließlich die Empfehlung, die jüdisch-mittelalterlichen Zeugnisse Erfurts zum Welterbe zu erklären.
Im September 2023 war es soweit. Die Unesco-Kommission folgte der Einschätzung der Experten und verlieh Erfurt den Welterbe-Status.

Foto: © stadtverwaltung erfurt/norman hera

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