Tipps für schöne Urlaubsfotos in Wittenberg

Die Lage des Stadtkerns längs einer Achse in Ost-West-Richtung macht einige Überlegungen vor dem eigentlichen Fotografieren nötig. Die berühmte Thesentür der Schlosskirche und das Katharinenportal im Lutherhaus befinden sich auf der Nordseite des jeweiligen Gebäudes und sind daher am besten Ende Juni im rechten Licht zu sehen. Im April, wenn die ersten Knospen springen, sollte man die Gunst der Stunde nutzen, um die Ostgiebel von Lutherhaus und Augusteum einzufangen (Weitwinkel mitnehmen!). Zur Magnolienblüte ist die Ansicht des Lutherhofes von besonderem Reiz.

Lohnende Ausblicke über die Dächer der Stadt und in die Auenlandschaft bietet der Turm der Schlosskirche. Ostwärts wird besonders schön die mittelalterliche Stadtstruktur sichtbar. Coswiger Straße und Schlossstraße nehmen ihren Anfang am Schlossplatz und münden auf dem Markt; zwischen beiden Achsen schmiegen sich eng die Bürgerhäuser aneinander. Von der Turmbrücke der Stadtkirche ergibt sich die entgegengesetzte Sicht: Das Rathaus und die beiden Cranachhäuser im Vordergrund, hinter ihnen bilden Schlosskirche und Schloss den Blickfang.

Die Nachmittagssonne lässt die wichtigsten Bauten am Marktplatz (Rathaus, Denkmale Luthers und Melanchthons, Stadtkirche) als Ensemble wirkungsvoll erscheinen. Obwohl alles tausendfach fotografiert wurde, bietet der Detailreichtum dieses Ensembles der eigenen Kreativität genug Freiraum. In völlig neuen leuchtenden Farben präsentiert sich seit seinem 400. Geburtstag der 1617 erbaute Marktbrunnen neben dem Rathaus.
Schwierig wird es am Schloss. Die riesige und dabei recht triste Westfassade zwingt auch mit neuer heller Farbe (Ende 2017) geradezu, die angrenzenden Parkanlagen gestalterisch einzubeziehen.

Der grüne Gürtel um die Stadt bietet jede Menge „stille“ Motive. Neben abwechslungsreicher Pflanzenwelt bieten hier seit der Weltausstellung 2017 einige Kunstobjekte, die den Wittenbergern erhalten bleiben, einen spannenden Kontrast zum Grün. Dies gilt für das „Himmelskreuz“ im Luthergarten ebenso wie für die spiegelnden Stege auf dem Bunkerberg. Die Nachmittagssonne bietet für beide Motive eine gute Beleuchtung.
Wer es lebhaft wünscht, sollte im Juni kommen: Alljährlich findet die (nachgespielte) Eheschließung Martin Luthers mit Katharina von Bora statt. Prächtige Gewänder und mittelalterliche Szenen sorgen für farbenfrohe Motive. Aber auch der Töpfermarkt ist es wert, mit der Kamera besucht zu werden.

Zu jeder Jahres- und Tageszeit lohnt das Fotografieren in Wörlitz. Die vier großen Gärten bieten ein ständig wechselndes Bild des Blühens und Grünens. Der zartviolette Krokuss-Teppich in Schochs Garten ist im März der Anziehungspunkt. Es folgen Magnolien, Obstgehölze und Rhododendren. Und wenn Maler Herbst den Pinsel schwingt, ergeben sich in den Wörlitzer Anlagen überaus reizvolle und stimmungsvolle Motive.

In Oranienbaum ist die Parkseite des Schlosses am Nachmittag in Sonnenlicht getaucht. Zeitlich enger begrenzt aber auch nachmittags ist der Lichteinfall zur Pagode hin, die sich in einer Schneise befindet.

Titelbild des Reiseführers "Wittenberg - Der Stadtführer"

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